| „Es ist
Zeit für neue Impulse!“ Professor Dr. Reinhold Horsch, amtierender Präsident
der Deutschen Gesellschaft für Urologie e. V. (DGU) und Vorsitzender des
diesjährigen DGU-Kongresses in Stuttgart (
24. bis 27. September 2008), fordert die Mitglieder seiner
wissenschaftlichen Fachgesellschaft auf, mit einer inhaltlichen
Neupositionierung die Weichen für die Urologie von morgen zu
stellen. |

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PRESSEINFORMATION
Medizin/
Urologen-Kongress
60. Jahrestagung der Deutschen
Gesellschaft für Urologie e.V.
Präsident
fordert Neupositionierung seiner Disziplin
Stuttgart. „Es ist
Zeit für neue Impulse!“ Professor Dr. Reinhold Horsch, amtierender Präsident
der Deutschen Gesellschaft für Urologie e.V. (DGU) und Vorsitzender des
diesjährigen DGU-Kongresses in Stuttgart (
24. bis 27. September 2008), fordert die Mitglieder seiner
wissenschaftlichen Fachgesellschaft auf, mit einer inhaltlichen
Neupositionierung die Weichen für die Urologie von morgen zu
stellen.
Den Vorsitz der Gesellschaft für
eine Amtsperiode innezuhaben, sei eine große Ehre, so der Chefarzt der Klinik
für Urologie und Kinderurologie am Ortenau-Klinikum Offenburg, der sich durch
die langjährige Arbeit im DGU-Vorstand gut auf seine Aufgabe vorbereitet sieht.
Die Herausforderungen sind groß. „Wenn man die derzeitige Situation unseres
Gesundheitssystems und der Medizin in Deutschland allgemein betrachtet, muss man
konstatieren, dass circa 80 Prozent der Ärzte in den Kliniken und Krankenhäusern
mit den Arbeitsbedingungen dort unzufrieden sind. Die Gründe lauten ausufernde
Bürokratie, Arbeitsüberlastung und zu geringe Bezahlung. Die niedergelassenen
Kollegen wiederum müssen um die Zukunft ihrer Praxen bangen, weil sie, wie die
Kliniken, unter der restriktiven Budgetierung nicht mehr die Medizin anbieten
können, die notwendig wäre“, so Professor Horsch. Gesundheitspolitische
Ratschläge wie das „Mobilisieren von Rationalisierungsreserven“ würden
einem dann wie Hohn vorkommen und seien mitverantwortlich für die Tatsache, dass
tausende deutsche Mediziner ins Ausland abwandern und dort arbeiten. „Die
Urologie hat natürlich wie andere Fächer auch unter dieser Situation zu leiden.
Derzeit herrscht ein starker Mangel an Assistenz- und Fachärzten. Es ist deshalb
wichtig, unser Fach für den Nachwuchs attraktiver zu machen. Auszeichnungen wie
‚Die Besten für die Urologie’ sind gute Ansätze“, erklärt der Präsident.
Urologische Stiftungsprofessuren würden angeboten, aber es fehlten die
geeigneten Bewerber, sagt der Offenburger. „Dies macht deutlich, dass wir unsere
wissenschaftliche Kompetenz in der Grundlagenforschung wesentlich stärken
müssen, damit unser Fach auch weiterhin für den innovationsfreudigen und
kreativen Nachwuchsmediziner attraktiv bleibt. Positive Impulse erhoffe ich mir
diesbezüglich durch das neu etablierte Forschungsressort im Vorstand der DGU“,
so Professor Horsch.
Wie jedes medizinische Fachgebiet
müsse auch die Urologie somit durch eine kontinuierliche inhaltliche
Weiterentwicklung ihre Zukunftsfähigkeit erhalten, da ist sich der DGU-Präsident
sicher. Es gelte, errungene Kompetenzen zu erhalten und durch neue Schwerpunkte
die Zukunft zu gestalten: Prävention, medikamentöse Tumortherapie,
Translationale Forschung, interdisziplinäres Handeln und Grundlagenforschung
seien die Schlüsselbegriffe.
„Die Urologie stand lange unter
dem Einfluss der konservativen Chirurgie. Seit Ende der 80er Jahre des letzten
Jahrhunderts wird unser Fachgebiet sehr stark durch die Medizintechnik geprägt
und technische Fortschritte führten zu neuen, revolutionären Behandlungsmethoden
wie ESWL, PNL, URS, Laser, Laparoskopie und Da Vinci. Hier haben wir uns
Fachkompetenzen erarbeitet, die es aufzuzeigen und herauszustellen gilt. Doch
haben wir über viele Jahre hinweg vorwiegend diese operative Kompetenz, die
unzweifelhaft ist, in den Vordergrund gestellt. Die entsprechende Dokumentation
der Ergebnisse (Studien) war in der Vergangenheit allerdings nicht befriedigend.
Auf diesem Gebiet herrscht in Zukunft ein deutlicher Nachholbedarf“, so
Professor Horsch.
„Zukünftig dürfen wir uns aber nicht nur auf
den operativen Bereich beschränken, sondern wir müssen uns verstärkt sowohl mit
der Prävention urologischer Erkrankungen als auch mit der medikamentösen
Tumortherapie befassen. Bei der Krebsprävention und den Theorien zur
Krebsentstehung wurden in den letzten Jahren Fortschritte gemacht.
Translationale Forschung in der Onkologie, also die Übertragung von
Erkenntnissen aus der Grundlagenforschung in die angewandte Forschung, ist heute
zwingend.
Neue Erkenntnisse in der
Gentechnik, der Molekularbiologie, möglicherweise auch in der Nanotechnologie,
der Chemoprävention (PCPT – Studie), aber auch Impfungen gegen spezielle
Krebsformen zeigen uns Urologen, wo wir in Zukunft Schwerpunkte beziehungsweise
Kompetenzen haben müssen. Sehr zu begrüßen und zukunftweisend sind deshalb
Kooperationen mit hochrangigen Forschungseinrichtungen wie dem Deutschen
Krebsforschungszentrum (DKFZ) mit Unterstützung des Bundesministerium für
Bildung und Forschung (BMBF) zum Beispiel zur Forschung auf dem Gebiet des
Prostatakarzinoms.“ Bei der Gestaltung der Zukunft des Faches Urologie werde es
überdies darauf ankommen, inwieweit es gelingen werde, das interdisziplinäre
Handeln mehr in den Vordergrund zu stellen, meint Professor Horsch. Als Beispiel
seien hier die derzeit viel diskutierten Prostata- und Karzinomzentren
angeführt. „Fortschritte bei der Behandlung urologischer Krankheiten werden wir
nur dann erzielen können, wenn wir die Grundlagenforschung verstärken, den
Genetiker, den Molekularbiologen und auch die angrenzenden Fachspezialisten als
Teamarbeiter gewinnen können“, appelliert der
DGU-Präsident.
Das Programm des 60. DGU-Kongresses, der vom 24. bis 27. September 2008
unter der Leitung von Professor Horsch im Internationalen
Congresscenter in Stuttgart stattfindet, wird diese inhaltliche Neuorientierung
widerspiegeln. Unter dem Motto „Kompetenzen
erhalten – Zukunft gestalten“ stehen Themen wie Nanotechnologie und
NOTES (natural orifice transluminal endoscopic surgery), aber auch die
Arzt-Patienten-Kommunikation in der Onkologie auf dem Tagungs-Tableau. „In Stuttgart werden
wir unsere bewährten Fachkompetenzen stärken und wissenschaftliche Neuerungen in
allen wesentlichen Bereichen der Urologie vermitteln. Gleichzeitig wollen wir
nachhaltige Signale für die Urologie von Morgen setzen und den Mitgliedern
unserer medizinischen Fachgesellschaft neue Impulse bieten, die für das
Fortbestehen der urologischen Disziplin entscheidend sind“, sagt der renommierte
Offenburger Urologe.
Weitere
Informationen und Fotos:
DGU-Kongress-Pressestelle
Bettina-C.
Wahlers
Sabine M.
Glimm
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